Interview mit der E-HZ! 


E-HZ!: Was hat Sie dazu bewogen, einen Krimi zu schreiben?

Astrid Schwikardi: Das war ein Gesundheitsthema, über das die Medien damals berichtet haben, nachdem vereinzelt Todesfälle aufgetreten waren. Und wie das manchmal so ist: Aus anfänglichen Überlegungen wurde eine Idee, die sich im Laufe mehrerer Monate zu einer Geschichte entwickelte. Letztendlich habe ich mich für einen Krimi entschieden, weil sich das Genre hervorragend für das Projekt anbietet.

E-HZ!: Was hat Sie zur Geschichte inspiriert?
Astrid Schwikardi:
Das war tatsächlich mein damaliges Arbeitsgebiet im operativen Geschäft. Zu dieser Zeit wurde die Verwendung einzelner Impfstoffe stark diskutiert.

E-HZ!: Wie lange hat der gesamte Schreibprozess gedauert?
Astrid Schwikardi:
Die eigentliche Geschichte aufs Papier zu bringen ging recht schnell. Doch das macht gerade einmal zehn Prozent des Gesamtprojekts aus. Die Überarbeitungen, die Recherchearbeiten und letztendlich das Umschreiben, das alles ist zehrend und hat bestimmt noch mal drei bis vier Jahre gedauert.

E-HZ!: Wo haben Sie das Buch geschrieben?
Astrid Schwikardi:
Ist das etwa eine Fangfrage? (lacht) Ich schreibe grundsätzlich zu Hause am Laptop oder am PC. Handschriftlich halte ich nur Ideen oder Überlegungen fest, die mir spontan unterwegs einfallen.

E-HZ!: Ihr Krimi spielt in Köln. Ermittelt Mark Birkholz vielleicht auch mal in Wuppertal?
Astrid Schwikardi:
Sie werden es nicht glauben, aber viele Freunde warten förmlich darauf und haben schon angeboten, mit ihrem realen Namen eine Rolle in einem Krimi zu übernehmen. Eine sehr interessante Idee, die ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde. Gut vorstellbar wäre ein Cousin von Mark Birkholz, der in Wuppertal auf einer Feier unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt. Doch das letzte Wort hat immer der Verlag.

E-HZ!: Wie ist das Feedback der Kolleginnen und Kollegen?
Astrid Schwikardi:
Toll! Niemals hätte ich gedacht, dass unter den Barmenianern tatsächlich so viele Thriller- und Krimifans sind, die noch dazu "Uterus" lesen. Das hat mich schon recht überrascht. Insbesondere gefreut habe ich mich aber über die Leser, die "Uterus" gelesen haben, obwohl sie das Genre sonst nicht so mögen. Und das nur aus dem Grund, weil ich die Geschichte geschrieben habe. Das war schon überraschend!

E-HZ!: Steckt auch ein bisschen Barmenia in Ihrem Buch?
Astrid Schwikardi:
Ich will es mal so sagen: Ich denke, dass ich das Buch ohne die Barmenia nie geschrieben hätte. Denn erst durch mein damaliges Aufgabengebiet bin ich auf die Thematik, durch die ich letztendlich inspiriert wurde, aufmerksam geworden. Da aber an dieser Stelle die Spoilergefahr enorm hoch ist, kann ich leider nicht näher auf die Frage eingehen. Doch ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder Barmenianer, der "Uterus" gelesen hat, sich die Frage selbst beantworten kann.

E-HZ!: Könnten Sie sich eine Lesung im Barmenia Casino vorstellen?
Astrid Schwikardi:
Im Casino? (lachend) Vermutlich kann ich froh sein, wenn wir den Raum Hahnerberg voll bekommen. Ich persönlich fände es dort auch wesentlich gemütlicher.

Vielen Dank an Ingo Eiberg von der Abt. Presse und Vorstandsstab für das nette Interview!


Interview mit der WP/WAZ: 

https://www.waz.de/staedte/ennepetal-gevelsberg-schwelm/schwelmerin-astrid-schwikardi-mordet-literarisch-in-koeln-id226599311.html

 

Über mich  

Meine Liebe zu Büchern entdeckte ich schon früh, wobei ich allerdings nie zu den eigenbrötlerischen Stubenhockern zählte, die sich regelmäßig die Nacht um die Ohren schlugen und tagelang in ihren Zimmern verbarrikadierten. Und so kam es, wie es kommen musste! Im zarten Alter von elf Jahren fiel mir durch Zufall das Buch "Carrie" in die Hände, wodurch ich endgültig das Interesse an langweiligen Mädcheninternatsgeschichten verlor und stattdessen mehr über die dunklen Seiten der Menschen erfahren wollte. Ich verschlang die Wälzer meines neuen Lieblingsschriftstellers Stephen King teilweise in wenigen Tagen. Carrie, Shining, Es – kein Buch ließ ich aus! 

Doch mit Ende meiner Schulzeit und Beginn meiner Ausbildung zur Versicherungskauffrau endete leider meine bis dahin schier endlos lange Freizeit. Die wenige freie Zeit, die mir zu dieser Zeit noch blieb, verbrachte ich fast ausschließlich mit Freunden, wodurch mein Hobby stark ins Hintertreffen geriet. Ich las zwar hin und wieder noch die ein oder andere Horrorgeschichte von King, doch schon damals ertappte ich mich dabei, wie ich mich in Buchhandlungen den übrigen Büchern der Bestsellerlisten zuwandte, bis ich schließlich meinen ersten Thriller und Wochen darauf meinen ersten Kriminalroman kaufte. 

Mehrere Jahre vergingen, eher sich die ersten Anfänge zu meinem Roman „Uterus“ rührten. Zu dieser Zeit arbeitete ich noch als Mitarbeiterin im operativen Geschäft und verfolgte intensiv Pressemitteilungen zu aktuellen Gesundheitsthemen, wovon mich eine Thematik ganz besonders inspirierte. In meinem Kopf entwickelte sich eine Geschichte, die im Laufe der Zeit immer weiter Form annahm, bis ich mich schließlich im Sommer 2012 dazu entschied, meine Idee auf Papier zu bringen. "Uterus" war geboren! 

Zu dem Zeitpunkt hegte ich noch keinerlei Absichten, Uterus jemals zu veröffentlichen, zumal mir das Leben immer wieder neue Aufgaben zuspielte, die eindeutig Vorrang hatten. Doch in all den vergangenen Jahren ließ mich Uterus nicht mehr los. Wie in Wahn schrieb ich teilweise wochenlang bis tief in die Nacht, um schließlich im Spätsommer 2014 das Wort „Ende“ unter das knapp 800 Seiten lange Manuskript zu setzen. In meiner ganzen Naivität und Unwissenheit verschickte ich schon kurz darauf eine handvoll Bewerbungen an Agenturen, die natürlich allesamt erfolglos blieben. Im Nachhinein betrachtet habe ich erst da richtig begriffen, wie hart das Verlagsgeschäft wirklich ist. Ich begann mit der Überarbeitung des Manuskriptes, parallel dazu fing ich an,  Kurzgeschichten zu schreiben, woran ich extrem Gefallen fand. Schon wenige Monate darauf kam mir die Idee, an Wettbewerben teilzunehmen. Und so bewarb ich mich mit meiner ersten Kurzgeschichte. Es dauerte nicht lange, bis ich Erfolg hatte und bereits im Februar 2016 erschien die Anthologie mit der mystischen Story "Der kopflose Reiter"! Weitere Veröffentlichungen folgten! Doch anstatt mich zurückzulehnen, feilte ich unaufhörlich an "Uterus", bis ich mich im Herbst 2016 entschied, den direkten Weg über die Verlage zu gehen. 

Im Schriftstellerforum „dsfo“ stieß ich auf einen Thread, in dem ein Autorenkollege den Frankfurter Verlag mainbook herausragend lobte. Nur leider schrieb der besagte Autorenkollege Thriller, und nicht, so wie ich, Kriminalromane. Wie sich herausstellte, waren meine Befürchtungen unnötig, denn der Verlag mainbook hatte durchaus eine Vielzahl an Krimis im Angebot. Kurzerhand schrieb ich dem Verleger Gerd Fischer eine E-Mail und erhielt bereits nach wenigen Tagen eine Antwort von ihm, verbunden mit dem Vorschlag, in den nächsten Tagen zu telefonieren. Wie es weiterging brauche ich Ihnen nicht zu erzählen. Von Anfang an stimmte die Chemie zwischen Gerd Fischer und mir. Und natürlich bekam ich das ein ums andere Mal knallharte Kritik um die Ohren gehauen, die sich gewaschen hatte. Die aber, und glauben Sie mir, das gebe ich wirklich ungerne zu, mehr als berechtigt war. Ein Dankeschön noch mal hier an dieser Stelle an Gerd Fischer für seine Inspiration, aber auch für seine unverblümte Offenheit und Kritik. 

Letztendlich ist mehr als die Hälfte des Ursprungsmanuskripts nicht in Druck gegangen, aber die Seiten, die übrig geblieben sind und nicht der Zensur zum Opfer gefallen sind, haben es in sich. Natürlich hätte ich gerne die ein oder andere Szene beibehalten, doch ich versichere Ihnen, dass die gestrichenen Textpassagen nicht verloren sind und bestimmt in abgeänderter Form in meinen zukünftigen Geschichten auftauchen werden.  

Bis dahin wünsche ich Ihnen eine schöne Zeit, bleiben Sie gesund und bis bald! 

Ihre Astrid Schwikardi

 

 der Kurzgeschichte "Der kopflose Reiter" in der Anthologie "Heiter bis